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29 Nov
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Ein schlechter Witz verschwindet ins digitale Nirwana

... aber René Benko wird wiederkommen. „Soziale Verantwortlichkeit" als Tarnung für Raffgier und Gewissenslosigkeit - das wird sein zukünftiges Geschäftsmodell sein.

Derzeit verhält sich die Website des Signa-Konzerns, um es in der Wirtschaftssprache zu sagen, ziemlich volatil. Das heißt, sie ändert sich in unberechenbarer Abfolge. Laut einem Podcast von profil scheint nicht einmal mehr Unternehmensgründer René Benko in ihr vorzukommen.
Das war vor ein paar Wochen noch ganz anders. Da kam nicht nur René Benko noch prominent in der digitalen Darstellung vor, sondern auch seine (zweite) Frau Nathalie. Und zwar in „wohltätiger" Mission. Signa bzw. die Benkos, stand da unter einem Reiter „Charity" zu lesen, engagierten sich „schon seit Langem" in diversen namhaften Vereinen gegen Kinderarmut. „Mit hohen jährlichen Spendensummen zeigen wir gemeinsam eine große soziale Verantwortung".

Ich bin auf diese Seite erst vor ein paar Wochen gestoßen, als mich die Neugier nach den sozialen Alibihandlungen buchstäblich und im wahrsten Wortsinn stinkreicher, skrupel- und gewissenloser Abkassierer, die sich „Unternehmer" nennen, umgetrieben hat.
Den Reiter „Charity" gibt's auf der Signa-Page längst nicht mehr (eine instinktive Ahnung von Vergänglichkeit ließ mich einen Screenshot anfertigen). Und natürlich ist dem* allerletzten Gutgläubigen klar, dass von René Benkos „Wohltätigkeit" nie jemand anderer/s profitiert hat als René Benko bzw. sein Geflecht von Stiftungen.

Und trotzdem bin ich eigentümlich sicher, dass im Bereich Charity - selbstredend natürlich IM GESCHÄFT MIT DIESEM - die Zukunft des René Benko liegt.
Es ist ganz einfach: Der einzige halbwegs spürbare Nachteil, der Benko aus den Debakeln seiner Habgier und Großmannssucht erwachsen wird, ist eine angeschlagene Reputation als Unternehmer. So leicht wird er nicht mehr Geschäfts„partner" finden, die er über den Tisch ziehen, übertölpeln, ausbeuten kann. Das kann sich aber recht rasch ändern, wenn er der Gesellschaft einzureden vermag, er wolle ihren immanenten Missständen und Ungerechtigkeiten an den Kragen.
Also wird er, schätze in fünf, sechs Jahren, mit neuem Tätigkeitsbereich die Öffentlichkeit verblüffen: Ein wenig Reue und Zerknirschung mimend, sich ehedem in eitle Großprojekte verrannt zu haben, wird er dann in der Maske des Geläuterten und Gereiften, der „seine soziale Verantwortung wahrnimmt", zurückkehren. Er wird Pläne und Initiativen für benefitäre Projekte präsentieren; sagen wir, ein Kinderheim, ein Café für lernschwache Jugendliche, eine Einrichtung für Obdachlose - was immer Sie wollen, die Möglichkeiten sind so endlos wie es die sozialen Defizite sind -; er wird Investoren dafür suchen und, als „Geläuterter", auch mühelos finden. Und sukzessive mit der Hilfe korrupter Spitzen aus Wirtschaft und Politik und unter dem Beifall nützlicher Idioten aus Medien und sogenannten Experten im Namen der Wohltätigkeit ein genauso undurchdringliches, intransparentes und selbstverständlich einträgliches Geflecht aus Firmen aufziehen wie es die Signa ist. Anders heißen wird es halt.
Denken sie jedenfalls an diesen kleinen Text hier, wenn's so weit ist. Drink to me, babe, then.

*Weibliiche Form mitgemeint


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